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Meine re:publica 2012 Tag 1

Wow, was für ein Angebot an parallel laufenden Sessions, erstklassigen Sprechern und interessanten Themen. Es wird mehr als 200 Stunden Programm auf acht Bühnen mit 350 Rednern aus über 30 Ländern geben. Und es tut mir jetzt schon leid, denn ich werde natürlich nicht von Session zu Session laufen können, denn es gilt die halbe Twitter Timeline und die deutsche Blogosphäre wieder zu treffen und worauf

ich mich am meisten freue, zum ersten Mal zu treffen. Es werden sicherlich drei großartige Tage in Berlin zur diesjährigen re:publica und natürlich werde ich auch hier so einiges berichten. Ich werde mit meinem Stativ und meiner iPhone Cam vor Ort sein, das eine oder andere Interview ist geplant. Seid gespannt.

Natürlich werde ich auch von der #rp12 bloggen, zwar nicht live (oh doch ich tue es tatsächlich live) wie von der Social Media Conference in Wien oder dem Barcamp Hamburg aus den letzten Jahren, dass ist mir dann doch zu aufwendig. Aber ich möchte hiermit meine persönliche Session-Lieblinge für den ersten Tag ankündigen und zum Abend eine Zusammenfassung schreiben. Natürlich freue ich mich über ein: “Jaaaa ich komme mit von allen die vor Ort sind!” Und natürlich ein: “Oh ja da bin ich auch eher am flanieren, lass uns einen Kaffee trinken!” :) Also, folgende Sessions möchte habe ich an Tag 1 der re:publica 2012 nicht verpassent:

11:00-11:45 creative internet business: Made in Germany 

Ok die ersten 10 Minuten reines Bullshit Bingo. Besonders schön die Eigenwerbung für die Gründungsmethode mit Venture Capital. Heiko Rauch berichtet aus dem Silicon Valley und ja natürlich setzt Geld erst einmal Energien frei, aber die Frage ist wie weit trägt die Vision. Die Energie kommt nicht aus dem Geld, den das Geld bringt nur den lange Atem. Der ist wichtig aber eben nicht um jeden Preis:

Ok VCs müssen natürlich immer auf die Tonne kloppen. "Beteiligung setzt Energien frei" Bullshit die eigene Vision tut's! #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

http://instagr.am/p/KHnPpisuEp/

Schade, die Fragen schweiften allesamt um den großen neuen Gründerhype, Venture Capital Geber und Berlin. Auch wenn es hart ist, dieser Tweet trifft den Nagel auf den Kopf:

Schon schlimm, wenn bei einem Panel der Politiker der sympathischste ist. #rp12 #stage2
@icedsoul
Teymur Madjderey

Die Fragen hätten definitiv mehr in Richtung Gründungsprozess, Gründerkultur gehen müssen. Ganz schlimm fand ich den Ausspruch des einzigen Gründers auf der Bühne, Jens Begemann von Wooga er sehe die Notwendigkeit von öffentlichen Fördermitteln nicht, er kenne genug Beispiele die auch so funktionieren. Schlimm finde ich es deshalb, weil eben Fördertöpfe wie Exist und Co die Unabhängigkeit von größeren Playern und VCs garantieren und so den Gründern die Chance bieten Bootstrapping zu betreiben.

Zumindest ein Statement gab es dann doch das ich unterschreiben kann, aber der fahle Beigeschmack der ganzen Runde bleibt:

Es geht nicht um Geld, sondern um Execution sagt Ufomedia Gründer Heiko Rauch. #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

12:15-13:00 Ich glaube, wenn du den Kopf triffst, sind die am meisten tot

Das war eine schöne “stumble-in” Session, hier hat Judith Ackermann die Ergebnisse ihrer Beobachtungsstudie zur Kommunikation beim Computerspielen vorgestellt. Am besten gefiel mir die erfrischende und ungenierte Art mit der Judith zum Teil absurde Ingame-Chats wissenschaftliche zusammenfasste.

1,4% aller Teilnehmer greifen vor dem Spiel zur Spielanleitung - also ich gehöre definitiv nicht dazu #rp12 #stage 7
@android_oma
Gaby Becker
"Am anfang bitte nicht soviel sterben, Okay?" "Lass dich nicht von den Towern töten!" "Bin ich der Grüne?" - schöne Momentaufnahmen #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

Interessant ist das die Kommunikation während des Spiels also der Schlüssel zum Verständnis ist. Dabei gibt es verschlüsselte Begriffe die immer nah am visuellen Spielobjekt sind, funktionsorientierte Erklärung also. Jetzt kann man sich fragen ob man am Computer nicht nur auf diese Weise lernen kann, erst in der Anwendung werden einem die kryptischen Begriffe ferner Welten bekannt. Und erst mit einer Gruppe von Experten die einen

an die Hand nimmt, gelingt der Sprung vom Noob (Anfänger) zum Pro (Experten). Für mich sehr schöne Analogien als Coach für Social Media Recruiting, ich erkenne die Ängste der Anfänger wieder. Gut gemacht, Danke Judith!

Endlich wird eine Lanze für die Noobs gebrochen! Ja man kann nicht sofort zum Pro aufsteigen liebe Hacker! #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

13:30-14:00 Kompetenz vor Quote – warum die #dmwhh nicht schnacken, sondern machen!

Die Geschichte der digital media women in Hamburg, erzählt in Videointerviews mit Supportern und Mitgliedern. Das die Erfolgswelle des Hamburger Netzwerkes weitergeht finde ich großartig, die #dmw gehen nach Berlin.

"Es geht bei uns nicht um Netzfeminismus und Quote - sondern Medienkompetenz" @ #dmwhh #rp11
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

Instagram Photo

Netzwerke für unser Thema das immer noch zu wenig Aufmerksamkeit und Verständnis hierzulande bekommt ist mir besonders wichtig, also großartig und weiter machen die Damen!

14:00-14:30 About me – die digitale Fassade – Identitätskonstruktion im social web

Bester Vortrag und langer Applaus bisher auf der #rp12: About me von @
@lemontonic21
Christiane
Bester Vortrag bis jetzt. @ @ über digitale Identitäten #rp12 Stage 3
@tmgerlach
@tmgerlach

Für mich der beste Talk des Tages, Kixka Nebraska aka die Profilagentin sprach über etwas was ich auch letztens im Blog von Ibo als Social Trademarks bezeichnet sah. Wir sind im Netz neben unseren beruflichen Inhalten (CVs, Vita, Karriereweg auf Xing und LinkedIn) von anfang an mindestens genauso stark mit unseren privaten Inhalten vertreten (Fotos, Familienvideos, unserem Hausrat auf Ebay) und unsere verschiedenen öffentlichen Identitäten überschneiden sich immer mehr.

http://instagr.am/p/KH64gOMuIJ/

Ich habe vor zwei Jahren nach einer Folge des elektrischen Reporters einmal über das Aufgeben von öffentlichen Identitäten gebloggt, die Frage die Kixka in ihrem Vortrag beantwortete war allerdings inwiefern das Aufrechterhalten und pflegen der online Identität nicht auch Stress bedeutet. Die mangelnde Kongruenz des Bildes was man online zeichnet und wie es im echten Leben angeht, führt noch einmal zu einem Spannungsfeld. Interessant war der Punkt der Gewöhnung:

Foucault: "überwachte Menschen verinnerlichen den Zustand der Überwachung!" Das tun wir natürlich auch in den Social Media #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

Wir sind uns also kontinuierlich bewusst das wir zu einem Publikum sprechen, dass schärft die Posting-Routine. Dies war auch zentraler Hintergrund für eine der meiner Meinung nach wichtigsten Tipps von Kixka, dass eine Strategie in Bezug auf  den Tonus der Blogposts und Tweets unabdingbar ist. Nicht nur überdenken wir selbst wie wir posten, sondern auch was andere vermeintlich über unser Online-Ich denken und natürlich wie es dann wirklich ist.

Dies zeigt die Komplexität des Themas, aber neben großartigen Barney Stinson Vergleichen war der Tonus zum Schluss des wunderbaren Vortrags von Kixka klar:

Zum Thema online Erfolg, Zitat von Tom Scott: "ignoriert den Klout Score" "tut wertvolle, großartige Dinge" Ja, ja und nochmals ja! #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast
Fazit: unterlauft Erwartungshaltungen, seid aktiv und bitte bleibt ihr selbst! Danke @ bester Vortrag heute für mich! #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

16:00-17:00 ACT!ON mit den edunauten, mobile Gaming Event

Zum Nachmittag habe ich mich dann noch bei den Edunauten zum Spielen und Wetter genießen in der unmittelbaren Umgebung der STATION, der Eventlocvation der re:publica eingefunden. Mit einem iPad bewaffnet ging es zu verschiedensten vorher gesetzten Geotags, die man auf einer Karte angezeigt bekommen hat. Dort angekommen ging es darum Fragen zu beantworten, Fotomotive zu entdecken und QR-Codes einzuscannen.

http://instagr.am/p/KId3f4MuCT/

Mit diesem Konzept veranstalten die Edunauten regelmäßig Events für Unternehmen, kann ich mir auch gut vorstellen einmal einzubauen in einen Workshop oder ähnliches, das Entdecken der Umgebung durch Fragen die auf Wikipedia Einträge führen hat was. Leider ist die Fixierung auf das iPad doch sehr stark, vielleicht sollte noch mehr mit Audioelementen gearbeitet werden? Alles in allem eine schöne Idee zwei Teams gegeneinander antreten zu lassen und ich war draußen in der Sonne, immer unbezahlbar bei einer Konferenz.


19:45-20:45 Überraschungsvortrag

Ja ich habe mich sehr gefreut auf den traditionellen re:publica Vortrag von Sascha Lobo und ich wurde nicht enttäuscht. Mit dem Titel “Stand des Internet 2012″ griff Sascha alle die Themen auf die ihm wichtig waren. Neben Netzpolitik waren es aktuelle Social Media Ereignisse wie der Start und Fall von Googleplus, eine Prognose zur Entwicklung von Twitter und einer klaren Empfehlung zum bloggen. Mehrfach wiederholte Sascha dabei

die Thesen die er auch schon in dem SpOn Artikel “Euer Internet ist nur geborgt” aufstellte und die mich auch zu dem Begriff des /publishings inspirierten. Ein wunderbarer Abschluss des ersten Tages war das. Das Video als wird sicher bald online gestellt und kommt dann natürlich hier rein.

http://instagr.am/p/KIiMJsMuD5/

Er ist der einzige Popstar in der deutschen Webszene. Bietet viel Reibungsfläche und er macht es gut: @. #rp12
@CemB
Cem Başman
Der Glanz in den Augen von @ verrät bei allem Dadaismus, er meint es ernst. Das Lachen im Publikum wird nachdenklicher. #rp12
@Jormason
Jörn Hendrik Ast
Lobo: "wenn wir von egal sprechen, dürfen wir von Google+ nicht schweigen. " #rp12
@ChrisStoecker
Christian Stöcker
"@: bratwurst im zoo. so sind die menschen." (laut @ bester tweet, der je geschrieben wurde) #rp12
@republica
republica

http://instagr.am/p/KIjxNGsuEi/

 

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