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Arbeiterbarcamp

Neue Bekanntschaften zu gleich zwei Hannoveraner Coworking Spaces, einer weitreichenden Netzwerk-Initiative aus Lübeck, ehrliche Worte des Google Deutschland Personalchefs, innovative Ideen zum Arbeitsraum aus architektonischer Sicht und jede Menge Austausch – das ist mein Fazit zu dem Barcamp #arbeitvernetzt das gestern im betahaus Hamburg stattfand.

Entstanden ist das Barcamp aus der Initiative .vernetzt# – wie wollen wir leben angestoßen von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Daniel Opper tat sich mit Lena Clausen zusammen, sie luden hervorragende Sprecher ein, stellten ein super Catering

und versorgten uns mit gewohnt kuscheliger betahaus Nestwärme. Dafür an dieser Stelle schon einmal ein riesiges Dankeschön.

Die Einleitung machte Prof. Axel Haunschild, Leiter des Instituts für Interdisziplinäre Arbeitswissenschaften an der Leibniz-Universität Hannover. Er gab uns in einem gut strukturierten und schnellen Ritt einen Gesamtüberblick über das Thema Arbeit, von der Tin Lizzy bis zur aktuellen Entwicklung des freien Unternehmertums. Spannend dabei Aussagen wie die von Dunkel und Kratzer zitierten, über das permanente Ungenügen unserer heutigen Arbeitsgesellschaft – erfolgsgesteuerte Leistungsorientierung Galore halt. Das wir auch eine Retaylorisierung erleben die dem Massenkonsum gerecht werden muss führte Axel auch an, McDonaldisierung wie man es auch nennt. Abgerundet wurde der Vortrag mit einem Überblick was Arbeit für die Gesellschaft bedeutet und der Frage wer eigentlich wir ist in der Kernfrage des Barcamps “wie wollen wir arbeiten”. Eine sehr komplexe Fragestellung wie sich herausstellte, aber gerade deswegen auch eine so wichtige.

Meine Liebligsfrage als Zusammenfassung: "Was ist menschengerechtes Arbeiten?" #haunschild #arbeitvernetzt
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

Danach freute sich auch besonders Lena über den Auftritt von Markus Albers, dem Autor solch “Coworking-Kultur-trächtiger” Bücher wie Morgen komm ich später rein und Meconomy, hat das Lesen seiner Bücher ihr doch mit den Ruck gegeben den Weg zur Gründung des betahaus Hamburg zu machen. Sehr erfrischend war der Auftakt in dem Markus davon berichtete wie er seinen ersten Schritte in die Selbständigkeit tat, das Bild des Kabelsalats aus Headset, Maus und USB-Kabeln im Home Office ist mir noch klar vor Augen. Die für mich wichtigsten Punkte waren allerdings diese hier:

"Die in 10 Jahren wichtigsten Berufsbilder exisitieren heute gar nicht!" #youtubefilmproduzenten #communityengager #arbeitvernetzt
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

"Es zahlt sich aus für etwas zu stehen!" - JA! #sethgodin #tribes #arbeitvernetzt
@Jormason
Jörn Hendrik Ast

Rasant ändern sich die Anforderungen, schnell gibt es neue Online Services, Zack hat man die dritte Facebookseite eröffnet – aber wozu? Ich habe in meiner Selbständigkeit auch oft Zweifel, schaue mich um und frage mich ob das alles richtig ist was ich da tue. Umso wichtiger finde ich die bestätigende Worte das Spezialisierung sich auszahlt. Gerade den Abend vorm Barcamp las ich dazu bei dem amerikanischen Autor und Blogger Seth Godin rein, hier ein Auszug aus seinem Post:

The quest for technical best is a form of hiding. You can hide from the marketplace because you’re still practicing your technique. And you can hide from the hard work of real art and real connection because you decide that success lies in being the best technically, at getting a 99 instead of a 98 on an exam. (…) Until we’re honest with ourselves about what we’re going to master, there’s no chance we’ll accomplish it.

Also Danke Markus für deine Impulse und für deine Bücher, wer weiß ob wir sonst ein betahaus Hamburg in dieser Form hätten!

Auf den nächsten Gast habe ich mich als Personalmarketer natürlich sehr gefreut, Frank Kohl-Boas der Personalchef von Google Deutschland erzählte in entwaffnend offenem Stil davon wie man bei Google arbeitet und warum es gut so ist. Das Google ein Vorreiter in Sachen work-life Balance ist und Schlagwörter wie freie Arbeitszeiten und Homeoffice defintiv zutreffen, bestätigte Frank nicht nur mit schönen Bildern aus den Büros von Google in Zürich oder einem Video des Googleplex im Silicon Valley, er sprach auch über seine Erfahrungen. Der rege Austausch der Mitarbeiter den er ja als Personalchef auch anstößt, führt ihn so manches Mal ins Homeoffice, einfach zum Abarbeiten von Aufgaben. Die vielen Freizeitangebote und Goodies die Google seinen Mitarbeitern bietet, kann er sich auch nicht immer genehmigen. Denn ür einen Familienvater ist dann die Zeit mit der Familie doch oft wichtiger als eine runde Tischtennis oder eine Nackenmassage.

Hochspannend fand ich allerdings den sehr offenen Ausspruch von Frank, dass er sich bei allen Vorteilen der Google Arbeitsatmosphäre eines von jedem Mitarbeiter wünscht: stets zu hinterfragen ob Google noch der richtige Arbeitgeber für einen ist. Es sei ihm wichtig das man im Arbeitsumfeld bei Google auch nach 7 Jahren immer noch dazu lernen kann und gerne da ist, Hut ab dafür! Grundsätzlich war natürlich viel zu wenig Zeit, denn ich hätte Frank gerne noch tausend Fragen gestellt. Dazu vielleicht mehr an anderer Stelle, denn zum einen muss ich unbedingt mal in ein Google Office und vielleicht setzt sich Frank ja für mich auf ein Sofa oder wird’s eher ein futuristischer Meetinghub für ein Interview werden?

In der anschließenden Sessionplanung wurde deutlich warum die Mischung der Veranstalter so gut war, es waren sehr unterschiedliche Themen dabei: Hilfe vom Notar in der Meconomy, Generation Praktikum Studie vorgestellt vom DGB, ein Corporate Coworking Projekt von der TUI, kreative Arbeitstechniken (mit Knete und Lego) und auch ich habe eine Session gehalten zum Thema fluide Netzwerke, aber dazu mehr auf dem dazu passenden Blog!

Ich sage auch zum Schluss dieses Postings noch einmal Danke an das ganze Barcamp Team und wünsche mir im kommenden Jahr natürlich ein weiteres Arbeiterbarcamp!


Mein Posting zu den Session auf fluidnetwork.de findet ihr hier.
Und hier ein weiterer Blogpost aus dem Modul 57 von Isabelle Droll.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Arbeiterbarcampsessions | fluidnetwork - November 20, 2011

    [...] aus architektonischer Sicht und jede Menge Austausch – das ist mein Fazit das ich auch hier auf meinem Heimatblog beginnersmind festgehalten habe. #bbpBox_137862968632279040 a { [...]

  2. Isabelle Droll besucht das Barcamp und arbeitet vernetzt# | Modul57 - November 29, 2011

    [...] weiteren Interesse empfehle ich den Zusammenfassung von Jörn Hendrick. Vielen Dank für einen spannenden Tag und liebe Grüße, Isabelle [...]

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